Desktop-Virtualisierung in Unternehmen
Aufbruch in eine neue Ära
Einfache Administration, Datensicherheit, mobiler Datenaustausch und Kosteneinsparungen - lang gehegte Träume im IT-Business gehen in Erfüllung: Die Unternehmens-IT der Zukunft steht im Zeichen der Virtualisierung.
Die Unternehmens-IT befindet sich im Wandel. Nach der Ära mit verteilten Client-Server-Topologien kündigt sich nun erneut ein Paradigmenwechsel an: Virtualisierungstechnologien sorgen für die lang ersehnte Wirtschaftlichkeit im Rechenzentrum. So sehen es auch renommierte Marktforschungsinstitute, die in diesem Zusammenhang bereits von einem der wichtigsten IT-Trends der kommenden Jahre sprechen. Die International Data Corp. (IDC) etwa rechnet mit einem Zuwachs an Virtualisierungssoftware und dazugehörigen Support-Services von 6,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 auf satte 15 Milliarden Dollar bis 2011. Die Auguren von Gartner wiederum gehen davon aus, dass die Zahl der virtuellen Maschinen auf Unternehmensservern noch in diesem Jahr auf rund vier Millionen ansteigt - von 540.000 im Jahr 2006. Bis 2015 werden Virtualisierungstechnologien laut Gartner nahezu jeden Aspekt der IT betreffen.
Die durchweg positiven Prognosen kommen nicht von ungefähr: Mit der Virtualisierung erfüllen sich all die Wünsche von IT-Verantwortlichen, die in der Epoche des Client-Server-Computings immer geäußert wurden - jedoch nie oder nur selten vollkommen in Erfüllung gingen: Niedrige Betriebs- und Wartungskosten, einfache Administration und Upgrades, Sicherheit, mobile Unterstützung sowie eine hohe Flexibilität für sich ändernde Geschäftsprozesse.
Trend Desktop-Virtualisierung
Im Mittelpunkt des Interesses für Virtualisierungstechnologien steht die Desktop-Virtualisierung. Dabei wird die Benutzeroberfläche vom Endgerät abgekoppelt und das Management vereinfacht. So erübrigt sich in erster Linie die aufwändige und teure Einrichtung der einzelnen Benutzer-Clients. Stattdessen lassen sie sich in Form virtueller Desktops zentral vom Rechenzentrum aus für die unterschiedlichen Anwender im Unternehmen zur Verfügung stellen. Das Resultat: Die üblicherweise hohen Betriebskosten inklusive der Komplexität für heterogene Systemumgebungen, Sicherheitsrisiken und der teils immense Supportaufwand sind passé. Das technische Prinzip: Mehrere Anwender teilen sich ein rudimentäres Basis-Image, das sich - befreit von Anwenderprofilen, Anwendungen und Daten - leicht verwalten lässt. Die jeweils benötigten personalisierten Einstellungen für einzelne Benutzer werden indes separat gespeichert und abgerufen, während sich spezifische Anwendungen für jeden Arbeitsplatz bequem per Streaming oder zentralem Hosting bereitstellen lassen. Das Ergebnis: Die rigorose Trennung von Betriebssystem, Anwendungen und Benutzerprofilen erleichtert das Lifecycle-Management der virtuellen Desktops und verringert gleichzeitig den Storage-Bedarf - und die damit verbundenen Kosten - erheblich.
Isola: Virtualisierung von 350 PC-Arbeitsplätzen
Wie reibungslos das in der Praxis funktioniert, zeigt ein Projekt bei der Isola GmbH, Düren. Der Hersteller von Basismaterialien für Leiterplatten zählt zu den weltweit führenden Anbietern von kupferkaschierten, glasfaserverstärkten Elektroniklaminaten. Die Produkte des global agierenden Herstellers finden Anwendungen in den Bereichen Raumfahrt, Automobilindustrie, Breitband-Telekommunikation, Militär, Chip-Packaging und -Prüfung sowie in High-End Computern.
Eine hoch komplexe und durchweg heterogene IT-Infrastruktur - und nicht zuletzt positive Erfahrungen mit der Einführung von Server-Virtualisierungslösungen - hatten das Unternehmen dazu bewogen, auch mit der Implementierung einer Desktop-Virtualisierung zu liebäugeln. Die Verwendung eines automatischen Software-Tools für die Verteilung von rund 250 unterschiedlichen Anwendungen auf den Clients wurde mit steigender Anzahl immer arbeitsintensiver. Die Installation neuer Anwendungen erforderte viel Koordinationsaufwand, das Handling war unflexibel und die Endgeräte standen bei Updates teilweise für längere Zeit nicht zur Verfügung.
Entsprechend fasste das IT-Management den Entschluss, die kompletten Benutzerumgebungen für diese Endgeräte als virtuelle Desktops im Rechenzentrum auf Basis von Citrix XenDesktop zu betreiben. Hehres Ziel des Engagements: die Reduktion des Administrationsaufwands auf ein Minimum. Mit XenDesktop ist Isola nun in der Lage, ein Standard-Image des Betriebssystems für beliebig viele Anwender zu nutzen. Das Image lässt sich mit der Provisioning-Technologie von XenDesktop einfach auf die virtuellen Maschinen streamen. Die Applikationen für die Benutzer wiederum werden im Rahmen eines Application Streaming auf die virtuellen Desktops gebracht. Ähnliches gilt für die individuellen Benutzerprofile, die dynamisch zugewiesen werden.
Das Fazit: Neben Einsparungen für die Administration und für Energie - Isola ersetzt 200 von insgesamt rund 350 PCs durch Thin Clients - profitiert das Unternehmen von vereinfachten Tasks für das Anlegen neuer Benutzerdesktops. Was bis dato im Durchschnitt fünf bis sechs Stunden dauerte, lässt sich heute in wenigen Minuten erledigen. Auch der Benutzerkomfort leidet durch die Desktop-Virtualisierung nicht: Nur wenige Sekunden nach dem Login steht dem Anwender die virtuelle Benutzerumgebung zur Verfügung. Ein langatmiger Boot-Vorgang entfällt, weil die Instant-On-Funktion von Citrix XenDesktop jeweils einen Desktop im Idle-Modus bereithält.
Nach den ersten durchweg positiven Resultaten mit der Einführung auf den Produktionsarbeitsplätzen sollen nun auch die Desktops in der Verwaltung sowie im Schulungsbereich virtualisiert werden. Armin Geyer, Projektmanager bei Isola, kommentiert die Fortschritte so: „Mit XenDesktop erreichen wir mit viel weniger Aufwand eine höhere Verfügbarkeit der PC-Arbeitsplätze und müssen uns nicht mehr mit Treiberproblemen oder Besonderheiten der Client-Hardware auseinandersetzen. Wir freuen uns heute schon darauf, Windows 7 als virtuellen Desktop auszurollen.“





